Krimi: “Die Fäden ziehen”

Die Handlung und alle handelnden Personen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit mit lebenden oder realen Personen wäre rein zufällig.

Cover “Die Fäden ziehen

Kapitel 1

1.1 Ein ungemütlicher Abend vor dem Kamin beginnt

Professor Heinrich Ömmel war ein Alt-Achtundsechziger und mittlerweile 68. Eigentlich kein Alter, aber seit seine Alte ihn betrog, fühlte er sich gealtert. Dabei war seine Ehefrau Jasmin gar nicht mal so alt, sondern erst kurz über vierzig. Eigentlich schwärmte Professor Ömmel auch für die multikulturelle Gesellschaft und betrachtete die Dönerbuden als eine bemerkenswerte Bereicherung der abendländischen Kultur. Aber seit seine Frau Jasmin mit einem Fremdländer fremdging, war seine Freude an gegenseitiger kultureller Befruchtung etwas getrübt. Ömmel fühlte sich einsam und verlassen. Er war allein in seiner großzügigen Villa, saß im Sessel und starrte in das Feuer des offenen Kamins. Er blickte in das unruhige Flackern der Flammen und bildete sich ein, in das Spiegelbild seiner Seele zu sehen.

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Kapitel 1.2 Jasmin

Jasmin Ömmel, ihres Zeichens Ehefrau von Professor Ömmel, juchzte, ächzte und stöhnte zur gleichen Zeit lustvoll im Bett von Ali Güdücür. Sie glaubte, das sei sie ihrem Liebhaber schuldig; sie war nicht zu Unrecht der Meinung, manche Männer würden es mögen, wenn ihre Männlichkeit lautstarke Anerkennung erfahre.
Und außerdem entsprachen Jasmins Geräusche durchaus ihrer eigenen Gemütslage.
,Bei Allah‘, dachte Ali stolz, ,die stöhnt sich ja wieder was zurecht heute. Ist aber auch kein Wunder, wo ich so gut bin.‘

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Kapitel 1.3 „Macht kaputt, was euch kaputt macht!!“

„Wer sind Sie?“
Kaum hatte Professor Ömmel die Frage ausgesprochen, wurde ihm klar, wie albern sie war. Sein Gegenüber würde ihm kaum seine Identität preisgeben, erstaunlich genug, dass er ohne jede Tarnung erschienen war. Es sei denn, jener ginge davon aus, dass der zitternde Villenbesitzer ohnehin zu keiner Täterbeschreibung mehr kommen werde.
Ömmel fror.
„Wie sind Sie eigentlich hier reingekommen?“
„Mit einem passenden Schlüssel!“
„Wo haben Sie deeen denn her?“
„Das ist in dieser Situation nicht von Bedeutung und für Sie auch völlig unerheblich!“
Ömmel fiel die gestelzte Sprache seines Gegenübers auf. ,So reden keine gewöhnlichen Einbrecher‘, dachte er und fragte: „Was wollen Sie von mir?“
„Ich werde Sie töten!“

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Kapitel 1.4 Ein verlogener Kriminologe

Sie waren zurück ins Wohnzimmer gegangen. Der Hausherr saß zusammengesunken in seinem Sessel, der Fremde stand drei Schritte vor ihm. Das Kaminfeuer war inzwischen heruntergebrannt, und von einer anheimelnden Atmosphäre konnte schon länger nicht mehr die Rede sein.

Der Fremde schien das Ende ihres Gespräches einleiten zu wollen. Er hob die Pistole und erhob Anklage.

„Herr Professor Ömmel, ich beschuldige Sie der ungerechtfertigten Bereicherung auf Kosten des Steuerzahlers!“

Jetzt war Ömmel verblüfft.

„Na, hören Sie mal! Ich war Politiker, da ist das doch das Mindeste, was man erwarten kann. Schließlich hatte ich nur 30 bezahlte Nebenjobs, die Spitzenreiter hatten über 60.“

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Rezension des Krimis in der “Deutschen Sprachwelt”

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